BERLIN-CHARLOTTENBURG

Kaiser-Wilhelm-
Gedächt­niskirche

Bruttogeschossfläche: 26.500 qm
Investitionsvolumen: 80 Mio. €
Nutzungsarten: Kirche, Ausstellung, Einzelhandel, Gastronomie Architektur: Egon Eiermann
Größe des Projektteams: 9 Mitarbeiter

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist neben dem Brandenburger Tor das wichtigste Wahrzeichen Berlins. Daher war es eine besondere Ehre, die Gremien der Kirchengemeinde zwischen Juli 2013 und Februar 2015 zu beraten – eine Kirche zu beraten ist eine seltene Aufgabe für einen Immobilienentwickler und eine, für die wir erstmals auf jegliches Honorar verzichtet haben. Ausgangspunkt war ein Konflikt, der zwischen Kirche und Denkmalschutz entstanden war: Ein Teil des von Egon Eiermann entworfenen Ensembles, das sogenannte Foyergebäude, wurde kaum noch genutzt, hier strebte die Kirche eine kommerzielle Nutzung in Verbindung mit einem Eingriff in die Bausubstanz an, der abgelehnt wurde.

Nach einer sorgfältigen Analyse der baulichen Parameter und vorgefundenen Nutzungen, der Zielsetzungen der Kirchengemeinde, zusätzliche Einnahmen zu generieren und den Einwürfen des Denkmalschutzes entwickelten wir ein neues Nutzungskonzept.

Zusammengefasst sieht unser Konzept vor, im Erdgeschoss der historischen Turmruine – ein entwidmeter Raum der als Ausstellungsfläche genutzt wird – ein niveauvolles, aber nicht hochpreisiges Restaurant zu etablieren.

Nebenflächen für Küche und WCs werden in einem neu zu errichtenden Untergeschoss direkt neben der Turmruine geschaffen. Der Haupteingang des Restaurants liegt an der Ostseite, damit wird zugleich der Vorraum zum Eingang der Hauptkirche beruhigt. Die Ausstellungselemente sollten deutlich modernisiert und räumlich umverteilt werden, teils auf die Erdgeschossflächen des Glockenturms, teils in der Turmruine auf einer bisher nicht genutzten Ebene oberhalb des Restaurants. Die Hauptkirche und die Kapelle bleiben in ihrer Nutzung erhalten, werden durch die neue Anordnung der übrigen Nutzungen jedoch in ihrer Wahrnehmung gestärkt. Im Foyergebäude, das Anlass für unsere Tätigkeit war, wird das Interieur vollständig erneuert – es entsteht eine große transparente Fläche im EG für einen Kirchenshop in „Museums-Shop-Qualität“ und mit integriertem Coffee Shop; das Untergeschoss soll um zusätzliche Flächen unter dem angrenzenden öffentlichen Raum erweitert und für Ausstellungszwecke und Büros der kirchlichen Seelsorge genutzt werden.

Mit unserem Konzept wurden den Gremien der Kirche neue Blickwinkel und Nutzungsoptionen eröffnet. Zum damaligen Zeitpunkt war die Kirche, trotz ihrer enormen symbolischen Bedeutung, auf eine Vielzahl unterschiedlichster Einnahmequellen angewiesen. Unser Nutzungskonzept stärkt die kirchliche Nutzung und macht die Gemeinde weniger abhängig von Drittmitteln.